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Aufschwung Austria Abend in Linz

Unternehmensnachfolge - Nächste Generation - bitte eintreten! Erfolgreiche Betriebsübergabe braucht Mut, Vertrauen und eine klare Vision für die Zukunft

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Zu einem ganz besonderen Aufschwung Austria Abend in Linz hat gestern unser Wirtschaftssprecher Markus Hofer eingeladen. Ihn und die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigte die Frage, was eine erfolgreiche und gelungene Betriebsübernahme ausmacht. Denn eine solche Übernahme ist weit mehr als ein Wechsel an der Spitze eines Unternehmens. Es geht dabei auch um Mut, Vertrauen, Loslassen und eine klare Vision für die Zukunft.

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Der Abend begann mit der Frage, wie wir eine Zukunft gestalten, die wir gerne weitergeben möchten. Wenn wir nur 18 Monate zurückblicken, standen wir mitten in einer dreijährigen Rezession, hatten eine Inflation an der Spitze des Euroraums und gleichzeitig einen halbwegs stabilen Arbeitsmarkt. Mittlerweile sprechen wir von einem leichten Wirtschaftswachstum und einer Inflation unter dem Durchschnitt des Euroraums. 

Was die Wettbewerbsfähigkeit betrifft, haben wir uns allerdings leider weiter verschlechtert. Genau hier müssen wir ansetzen. Denn die Menschen spüren nach wie vor deutlich, dass es in unserem Land nicht rundläuft. Das führt zu Unsicherheit und mangelndem Vertrauen in die Zukunft. 

Genau das können sich Unternehmerinnen und Unternehmer, die vor einer Betriebsübergabe stehen, nicht leisten. Auch Österreich braucht wieder mehr Zuversicht, um das Wirtschaftswachstum zu erreichen, das wir so dringend für unseren Wohlstand benötigen. Um diesen Wohlstand langfristig zu sichern, brauchen wir erfolgreiche Unternehmen und gut geregelte Betriebsübergaben.

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In der anschließenden Diskussion ging es daher um die Frage, was Unternehmen benötigen, um eine reibungslose Übergabe sicherzustellen. Bis 2035 stehen rund 65.000 Unternehmen mit insgesamt 780.000 Arbeitsplätzen vor einer Betriebsübergabe.  

Zum Einstieg stellte Moderatorin Katharina Ehrenfellner Gertrude Schatzdorfer-Wölfel, die ihr Metallverarbeitungsunternehmen 2024 an die dritte Generation übergeben hat, die Frage, warum sie diesem Thema sogar ein ganzes Buch gewidmet hat. Ihre Antwort war klar: Es handelt sich um ein äußerst wichtiges Thema, das leider noch viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Als Quereinsteigerin und Frau im Gerätebau hatte sie es nicht immer leicht. Am Ende lagen ihr jedoch mehr als 14 Kaufangebote für ihr Unternehmen vor. Trotzdem war es ihr wichtig, dass der Betrieb in österreichischer Hand bleibt und nicht ins Ausland verkauft wird. Die Aussage ihrer Tochter, die ursprünglich nie vorhatte, das Unternehmen zu übernehmen – „Mama, i mog!“ –, bewog sie schließlich dazu, weiterzumachen. Denn letztlich zählt nicht nur, was wir können, sondern vor allem, was wir wirklich wollen. 

Für Christian Klinger, der das Familienunternehmen Internorm in dritter Generation mit klaren Regeln führt, steht eines im Mittelpunkt: Das Unternehmen muss vor den Interessen seiner Eigentümer geschützt werden. Bei Internorm gibt es seit der zweiten Betriebsübergabe klare Regelungen und Vorgaben für die Unternehmensführung und die Übergabe an die nächste Generation. So dürfen nie mehr als drei Personen aus der Familie gleichzeitig die Unternehmensleitung innehaben oder im Unternehmen beschäftigt sein. Nur mit klaren Regeln und Strukturen ist es möglich, ein Unternehmen erfolgreich von einer Generation an die nächste weiterzugeben. 

Bei Lennart Braun, der das Familienunternehmen mittlerweile in siebter Generation übernommen hat, stand von Anfang an fest, dass klare Verhältnisse geschaffen werden mussten, bevor er die Verantwortung übernahm. Für ihn war klar: Es geht nicht nur um ihn selbst, sondern auch um eine ganze Region. Was bedeutet es für ein Unternehmen, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die gesamte Region, wenn sich die Führung zerstreitet? Für alle Beteiligten muss klar sein, wer das Sagen hat: die alte oder die neue Generation. 

Bei Martina Schwarz, die gemeinsam mit ihrem Bruder die Führung von CAD+T Solution übernommen hat, war die Ausgangslage eine andere. Die beiden haben es so gemacht, wie viele sagen würden, dass man es besser nicht machen sollte – nämlich gemeinsam. Für sie war jedoch klar, dass sie als Team erfolgreicher sein können. Sie übernahm den kaufmännischen Bereich, ihr Bruder den technischen. 

Für alle Beteiligten stand jedoch fest: Wenn sich in einem Unternehmen etwas verändert, verändert sich auch für die Menschen dahinter vieles – beruflich wie privat. Konflikte entstehen häufig dann, wenn die ältere Generation nicht loslassen kann. Gleichzeitig müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf diesem Weg mitgenommen werden. Die Übergabe sollte daher auch für alle sichtbar und symbolisch nachvollziehbar gestaltet werden. 

Wichtig ist es, aus den Erfahrungen der vorherigen Generation zu lernen und gleichzeitig dem eigenen Führungsstil treu zu bleiben. Veränderung bedeutet aber auch, dass man sein Team, mit dem man die Zukunft gestalten möchte, selbst zusammenstellen und neue Wege gehen darf. 

Eine erfolgreiche Betriebsübergabe braucht daher mehr als einen guten Vertrag. Sie braucht Vertrauen, klare Regeln, gegenseitigen Respekt und den Mut, Verantwortung zu übergeben und Neues entstehen zu lassen. Denn nur so können Unternehmen, Arbeitsplätze und Wohlstand auch für kommende Generationen gesichert werden.

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